2017 wurde der 20. Mai von der Generalversammlung der Vereinten Nationen zum Weltbienentag ausgerufen. 2020 finden an diesem Tag zum dritten Mal viele verschiedene Aktionen statt, durch die Groß und Klein etwas über Bienen lernen können und sie, zum Beispiel durch Saataktionen, unterstützen können. Das finde ich total super, und es ist außerdem ein sehr wichtiges Thema! Deshalb habe ich anlässlich dieses Tags drei schöne Dokus ausgesucht, die sich mit Bienen beschäftigen. Wer sich für das Thema interessiert, findet außerdem hier ganz viele Informationen.
1. „NaturNah: Von Bienen lernen“, NDR Doku, 2019, Länge: ca. 30 Minuten
„Wer sich auf die Tiere einlässt, lernt nicht nur etwas über Bienen, sondern noch mehr über Menschen.“ Diese Doku stellt verschiedene Imker*innen vor, die erzählen, was sie an den Bienen so fasziniert, und warum wir alle etwas von den kleinen Insekten lernen können. Die 17-jährige Johanna hat sich dazu entschieden, mit dem Imkern anzufangen, nachdem sie „Das Leben der Bienen“ gelesen hat. Sie zeigt, wie ihre Arbeit mit den Bienen aussieht, und besucht außerdem andere Imker, um sich inspirieren zu lassen und für sich die Frage zu klären, ob sie das Imkern einmal zu ihrem Beruf machen möchte. Der Öko-Imker Mirko Lunau erklärt ihr zum Beispiel, dass beim Imkern nicht die Menge des Honig-Ertrags in den Vordergrund gestellt werden sollte, sondern die Gesundheit der Bienen. Er selbst versucht, seine Bienen möglichst frei und ohne viel menschlichen Eingriff leben zu lassen. Gemeinsam mit Johanna werden dem Zuschauer/der Zuschauerin mit den verschiedenen Imkern unterschiedliche Ansätze vorgestellt, wie die Arbeit mit Bienen aussehen kann, und damit auch ein wertfreier Einblick in die Debatte, die in den letzten Jahren rund um Bienen entstanden ist, gegeben. Obwohl der Erzählstil der Doku sehr ruhig ist, ist sie doch fesselnd, was unter anderem an den spannenden Nahaufnahmen von den Bienenstöcken und -völkern liegt.
unkommentierter Einblick, der verschiedene Ansichten darlegt; schöne Aufnahmen von den Bienen
Thema Insektensterben wird gestreift, aber nicht vertieft
2. „Ein Herz für Bienen – Wie stoppen wir das Insektensterben?“, WDR (Quarks), 2020, Länge: ca. 45 Minuten
Diese spannende Wissenschaftssendung aus dem Format „Quarks“ beschäftigt sich nicht nur mit Bienen, sondern mit ganz unterschiedlichen Insekten. Der Sendung zugrunde liegt die Frage, welche Auswirkungen das große Insektensterben, das 2017 durch eine Krefelder Studie öffentliches Aufsehen erregt hat, für unser Ökosystem hat. In einem Gedankenexperiment zeigt Moderatorin Dr. Mai Thi Nguyen-Kim, wie die Welt ohne Insekten aussehen würde: Es wird ein dystopisches Zukunftsbild gezeichnet, in dem die Menschen (und Tiere) durch das Verschwinden von immer mehr Nutzpflanzen schlecht ernährt und krank sind, und schließlich überhaupt nicht mehr auf der Erde überleben können, weil ihnen nach und nach jede Lebensgrundlage entzogen wird. Das Fazit: Insekten sind unabkömmlich für ein funktionierendes und gesundes Ökosystem. Die Doku zeigt auch, wie Insektenkundler arbeiten und wie die bekannte Krefelder Studie entstanden ist. Außerdem wird ein Ehepaar vorgestellt, das ein Wildbienenhotel aus Bambus, Schilf und Hasendraht unter seinem Dach gebaut hat, um Wildbienen (die übrigens vom Insektensterben viel stärker betroffen sind als Honigbienen) einen Nistplatz zu bieten. Anschauliche Illustrationen schmücken die Doku ebenso aus wie faszinierende Nahaufnahmen und unterhaltsame Kinderreporter.
abwechslungsreich und informativ
„Plädoyers“ am Ende wären nicht unbedingt notwendig gewesen, wirken nicht so passend
3. „Wir retten die Bienen! Hobby-Imker und Profis zeigen ihre Arbeit“, WDR Doku, 2018, Länge: ca. 30 Minuten
Der 12-jährige Ole aus Korschenbroich ist leidenschaftlicher Imker und kümmert sich, gemeinsam mit seiner Familie, um sechs eigene Bienenvölker. Er zeigt in dieser Doku, worauf man als Imker im Frühjahr während der Schwarmzeit achten muss und wie man verhindert, dass ein Bienenvolk eine neue Königin ausbrütet und schließlich mit der alten schwärmt. In Bochum gibt Biologin Dr. Pia Aumeier Anfängerkurse für Hobbyimer. Sie gewährt nicht nur einen Einblick in einen ihrer Kurse, sondern erklärt auch, wie man den eigenen Garten bienenfreundlich gestalten kann. Ein dritter Erzählstrang spielt in Willich, wo ein Bauer im Rahmen einer Pflanzaktion Wildblumen am Rand seiner Felder anpflanzt, um Bienen und andere Insekten zu unterstützen. Schließlich begleitet die Kamera noch eine junge Frau, die an Pia Aumeiers Kurs teilgenommen hat und sich nun ihr erstes Bienenvolk anschafft. Sie ist hochmotiviert, berichtet aber auch von ihren Bedenken und Anfangsschwierigkeiten. Alle Protagonist*innen haben eines gemeinsam: viel Begeisterung für das, was sie tun. Und gleichzeitig eine gewisse Sorge, denn das Wort ‚Bienensterben‘ fällt auch hier mehrfach. Es fällt allerdings auf, dass der Fokus, ähnlich wie in der NDR-Doku, auf Honigbienen liegt, Wildbienen werden kaum behandelt. Dennoch ist der Film sehenswert und durch die bunte Mischung an Protagonist*innen recht abwechslungsreich.
viele unterschiedliche Protagonist*innen
kein Spannungsbogen o.ä., könnte interessanter aufgebaut sein
