3 Tipps: Konsum

Wie viele Dinge brauchen wir eigentlich wirklich? Worauf könnten wir verzichten? Und welche Rolle spielt Geld dabei? In dieser Woche habe ich mich mit dem großen Thema Konsum beschäftigt, und drei Dokus ausgesucht, die sich den oben gestellten Fragen auf unterschiedliche Weise nähern.

1. „Leben in der Kommune: Wir teilen alles!“, Die Frage (Funk), 2019, Länge: ca. 15 Minuten

Diese kurze Reportage ist Teil der Reihe „Was macht Geld mit uns?“. Reporter Frank besucht Ben, der in einer Kommune in Nordhessen lebt. Die Bewohner*innen der Kommune leben gemeinschaftlich zusammen und teilen das Geld, das sie verdienen. Der Reporter nimmt den Zuschauer/die Zuschauerin für einen Tag mit in den Alltag der Kommune und versucht die Frage zu beantworten, wie Konsum aussieht, wenn man kein eigenes Geld hat, sondern alles in einer Gemeinschaft teilt. Dabei scheut er sich auch nicht davor, unangenehme oder persönliche Fragen zu stellen.

sympathischer Reporter, der seine eigenen Gedanken zum Thema teilt; wirkt sehr authentisch

kleiner subjektiver Einblick, orientiert sich nicht an Fakten oder Zahlen, sondern zeigt den persönlichen Standpunkt der Kommunenmitglieder und des Reporters

2. „Die Konsum-Aussteiger: Mit Kindern im Mini-Haus“, WDR Doku, 2018, Länge: ca. 45 Minuten

Über drei Jahre werden zwei Aussteiger-Familien begleitet, die ein Leben abseits des Konsums führen wollen: Katharina und Kolja ziehen mit ihrer Tochter in ein 25qm großes „Tiny House“; Alina und Flo wohnen mit ihren beiden Kindern in einer selbstgebauten Jurte. Sie alle wollen „raus aus dem System“, statt mit Arbeiten lieber Zeit mit der Familie und in der Natur verbringen. Die Doku zeigt den Alltag der Familien und begleitet sie durch Höhen und Tiefen.

schöne Dramaturgie mit Spannungsbogen (durch den langen Zeitraum, über den die Familien gefilmt wurden)

interessant wäre ein tieferer Einblick darin, wie die Familien finanziell über die Runden kommen, wofür sie wieviel Geld ausgeben usw.

3. „Wie viele Dinge brauchen wir wirklich?“, NDR Doku, 2019, Länge: ca. 45 Minuten

Inspiriert von der Dokumentation „My Stuff“ (2013) des Finnen Petri Luukkainen, wagt eine dreiköpfige Familie in dieser Doku ein fünftägiges Experiment: Sie geben ihren ganzen Besitz ab; alle ihre Möbel, Klamotten und persönlichen Gegenstände wandern in einen Container. Jeden Tag dürfen sie sich eine bestimmte Anzahl von Gegenständen zurückholen. Erörtert werden sollen so die Fragen, wie viel von dem, was wir besitzen, wir eigentlich brauchen, und wie hoch der Preis ist, den die Umwelt und andere Menschen für unseren immer größer werdenden Konsum zahlen müssen.

wichtiges Thema; regt zum Nachdenken an; sympathische Protagonist*innen

Idee des Experiments ist nicht neu; keine überraschenden Erkenntnisse am Ende